Kohlrabi Gemüse in heller Soße – klassischer Rahmkohlrabi wie bei Oma

Kohlrabi Gemüse in heller Soße – klassischer Rahmkohlrabi wie bei Oma

Der Rahmkohlrabi gehört zu den beliebtesten Gemüsegerichten der deutschen Hausmannskost und erinnert viele an die Küche ihrer Großmutter. Dieses traditionelle Rezept vereint die milde Süße des Kohlrabis mit einer samtigen, hellen Sauce, die durch Butter und Sahne ihre charakteristische Cremigkeit erhält. In vielen deutschen Haushalten wird dieses Gericht seit Generationen zubereitet und gilt als perfekte Beilage zu Fleischgerichten oder als eigenständiges vegetarisches Hauptgericht.

Die Zubereitung erfordert keine besonderen Kochkenntnisse, sondern lediglich etwas Geduld und die richtigen Handgriffe. Der Kohlrabi wird dabei in mundgerechte Stücke geschnitten und in einer hellen Mehlschwitze gegart, bis er butterweich ist. Die Sauce bindet sich während des Kochvorgangs und umhüllt das Gemüse mit einer zarten, aromatischen Hülle.

Besonders im Frühjahr und Sommer, wenn frischer Kohlrabi Saison hat, lohnt sich die Zubereitung dieses klassischen Gerichts. Die Kombination aus zartem Gemüse und würziger Sauce macht den Rahmkohlrabi zu einem zeitlosen Favoriten auf deutschen Esstischen.

Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. Vorbereitung des Kohlrabis

Schäle die Kohlrabiknollen gründlich mit einem Sparschäler und entferne dabei alle holzigen Stellen. Achte besonders auf die Unterseite, wo sich oft härtere Fasern befinden. Schneide den geschälten Kohlrabi zunächst in etwa einen Zentimeter dicke Scheiben. Lege die Scheiben flach auf das Schneidebrett und schneide sie in gleichmäßige Stifte, dann würfele diese in mundgerechte Stücke von etwa einem Zentimeter Kantenlänge. Die gleichmäßige Größe ist wichtig, damit alle Stücke zur gleichen Zeit gar werden. Lege die geschnittenen Kohlrabistücke in eine Schüssel mit kaltem Wasser, damit sie nicht oxidieren und ihre helle Farbe behalten.

2. Anschwitzen des Gemüses

Erhitze die Butter in einem großen Kochtopf bei mittlerer Hitze, bis sie geschmolzen ist, aber noch nicht bräunt. Gieße das Wasser von den Kohlrabiwürfeln ab und tupfe sie mit einem sauberen Küchentuch trocken. Gib die Kohlrabistücke in die geschmolzene Butter und schwenke sie vorsichtig, sodass alle Stücke mit Butter benetzt sind. Lasse das Gemüse etwa drei bis vier Minuten bei mittlerer Hitze anschwitzen, dabei gelegentlich umrühren. Das Anschwitzen bedeutet, dass das Gemüse in Fett erhitzt wird, ohne dabei Farbe anzunehmen. Dieser Vorgang hilft, die Aromen zu entwickeln und bereitet das Gemüse auf die weitere Garung vor.

3. Zubereitung der Mehlschwitze

Streue das Mehl über die angeschwitzten Kohlrabistücke und rühre sofort mit einem Holzlöffel um, damit sich das Mehl gleichmäßig verteilt. Lasse diese Mischung unter ständigem Rühren etwa zwei Minuten anschwitzen. Das Mehl sollte dabei die Butter aufsaugen und eine leicht körnige Masse bilden. Diese Mehlschwitze, auch Einbrenne genannt, ist die Basis für die cremige Sauce und sorgt dafür, dass diese später die richtige Konsistenz erhält. Achte darauf, dass das Mehl nicht anbrennt, sondern nur leicht angeröstet wird, um einen nussigen Geschmack zu entwickeln.

4. Ablöschen und Garen

Gieße die Gemüsebrühe langsam unter ständigem Rühren zu den Kohlrabistücken. Beginne mit einer kleinen Menge und rühre kräftig, bis sich die Mehlschwitze vollständig aufgelöst hat. Füge dann nach und nach die restliche Brühe hinzu, wobei du weiter rührst, um Klumpenbildung zu vermeiden. Bringe die Mischung zum Kochen und reduziere dann die Hitze auf eine niedrige Stufe. Würze mit Salz, weißem Pfeffer, einer Prise Muskatnuss und einem Teelöffel Zucker. Der Zucker hebt die natürliche Süße des Kohlrabis hervor und rundet den Geschmack ab. Lasse das Gemüse zugedeckt etwa zwanzig bis fünfundzwanzig Minuten köcheln, bis die Kohlrabistücke weich sind, aber noch einen leichten Biss haben.

5. Verfeinern mit Sahne

Wenn der Kohlrabi die gewünschte Garstufe erreicht hat, gieße die Sahne in den Topf und rühre sie vorsichtig unter. Die Sahne verleiht der Sauce ihre charakteristische cremige Konsistenz und einen milden, runden Geschmack. Lasse die Mischung noch einmal kurz aufkochen und schmecke sie ab. Korrigiere die Würzung bei Bedarf mit zusätzlichem Salz, Pfeffer oder einer weiteren Prise Muskatnuss. Die Sauce sollte nun eine sämige Konsistenz haben und den Kohlrabi gut umhüllen. Falls die Sauce zu dick geworden ist, kannst du sie mit etwas zusätzlicher Gemüsebrühe verdünnen. Ist sie zu dünn, lasse sie bei geöffnetem Deckel noch einige Minuten einkochen.

6. Fertigstellung und Anrichten

Wasche die Petersilie gründlich unter fließendem Wasser und schüttele sie trocken. Zupfe die Blätter von den Stielen und hacke sie fein mit einem scharfen Messer. Die frische Petersilie verleiht dem Gericht nicht nur eine ansprechende grüne Farbe, sondern auch einen frischen, würzigen Geschmack. Streue die gehackte Petersilie über den fertigen Rahmkohlrabi und rühre einen Teil vorsichtig unter. Bewahre etwas Petersilie zum Garnieren auf. Serviere das Gericht sofort, solange es noch heiß ist, damit die Sauce ihre cremige Konsistenz behält und das Gemüse seine zarte Textur nicht verliert.

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Greta Schwarzkopf

Tipp vom Chefkoch

Für eine noch intensivere Geschmacksnote kannst du einen Teil der Gemüsebrühe durch trockenen Weißwein ersetzen. Etwa hundert Milliliter Wein verleihen dem Gericht eine elegante Säure und Tiefe. Wenn du die Kohlrabiblätter verwendest, wasche sie gründlich, schneide sie in feine Streifen und gib sie in den letzten fünf Minuten der Garzeit hinzu. Sie sind reich an Vitaminen und verleihen dem Gericht zusätzlichen Geschmack. Für eine kalorienärmere Variante kannst du die Sahne durch Milch oder eine Mischung aus Milch und saurer Sahne ersetzen. Um die Sauce noch sämiger zu machen, kannst du am Ende einen Eigelb mit etwas Sahne verquirlen und unter die heiße, aber nicht mehr kochende Sauce rühren. Reste lassen sich hervorragend am nächsten Tag aufwärmen, wobei du eventuell etwas Milch oder Brühe hinzufügen solltest, da die Sauce beim Abkühlen eindickt.

Passende Weinbegleitung zum Rahmkohlrabi

Zu diesem milden, cremigen Gemüsegericht passt hervorragend ein trockener Weißwein mit frischer Säure und moderatem Körper. Ein Silvaner aus Franken oder ein Grauburgunder aus Baden harmonieren besonders gut mit der samtigen Sauce und der zarten Süße des Kohlrabis. Die fruchtigen Noten und die dezente Mineralität dieser Weine ergänzen das Gericht, ohne es zu dominieren.

Alternativ eignet sich auch ein Riesling Kabinett mit seiner charakteristischen Frische und leichten Restsüße, die mit der Cremigkeit der Sauce spielt. Für Liebhaber alkoholfreier Getränke empfiehlt sich ein gespritzter Apfelsaft oder ein Holunderblütensirup mit Mineralwasser, die durch ihre fruchtige Süße einen angenehmen Kontrast zum herzhaften Gemüse bilden. Die Temperatur des Weißweins sollte zwischen acht und zehn Grad Celsius liegen, um die Aromen optimal zur Geltung zu bringen.

Zusätzliche Info

Der Kohlrabi, botanisch Brassica oleracea var. gongylodes, gehört zur Familie der Kreuzblütler und ist eine typisch mitteleuropäische Gemüsesorte. Sein Name leitet sich vom italienischen cavolo rapa ab, was Kohlrübe bedeutet. Im deutschsprachigen Raum wird er seit dem sechzehnten Jahrhundert angebaut und geschätzt. Besonders in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Kohlrabi ein fester Bestandteil der regionalen Küche.

Die Zubereitung in heller Sauce ist eine klassische Zubereitungsart, die vermutlich aus der bürgerlichen Küche des neunzehnten Jahrhunderts stammt. Großmütter haben dieses Rezept über Generationen weitergegeben, wobei jede Familie ihre eigenen kleinen Variationen entwickelt hat. Manche fügen Speckwürfel hinzu, andere bevorzugen die vegetarische Variante mit Kräutern.

Kohlrabi ist nicht nur schmackhaft, sondern auch äußerst gesund. Er enthält viel Vitamin C, Kalium, Magnesium und Ballaststoffe bei gleichzeitig niedrigem Kaloriengehalt. Die Knolle ist besonders bekömmlich und wird auch von Menschen mit empfindlichem Magen gut vertragen. In der traditionellen Heilkunde wurde Kohlrabi zur Stärkung des Immunsystems und zur Förderung der Verdauung eingesetzt.

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